Enthüllung der neuen Info-Tafel auf dem Beit-Jala-Platz: Mit Dudelsack und Wortgewalt

neue Info-Tafel
Gäste und Dudelsack
Enthüllung neue Info-Tafel

Im Vorfeld des Welttages der Partnerstädte wurde in einer kleinen Feierstunde auf dem Beit-Jala-Platz eine neue Info-Tafel über die Partnerkommune bei Bethlehem enthüllt. Bürgermeister Marcel Kreutz legte in seiner Ansprache vor zahlreichen Gästen ein klares Bekenntnis zur Partnerschaft ab.

Wer in diesen schönen Frühlingswochen einen Stadtbummel unternimmt, dem sei ein Abstecher zum Beit-Jala-Platz empfohlen. Zehn Gehminuten vom Busbahnhof entfernt, zwischen Tannenbergstraße und Dechant-Müller-Straße im Gronau, ragt auf einem grünen Hügel wie ein Wahrzeichen die Stahlskulptur „Engel der Kulturen“ empor. Spielgeräte, Boule-Platz und Sitzbänke laden zum Verweilen ein. Und seit Kurzem zieht auch eine neue Info-Tafel der Stadt zur Partnerschaft mit Beit Jala die Blicke auf sich. In Deutsch, Englisch und Arabisch bekommen Passantinnen und Passanten allerhand Wissenswertes über Beit Jala im palästinensischen Westjordanland mit auf den Weg, finden es auf einer stilisierten Landkarte und können sich mittels aufgedrucktem QR-Code mit der Webseite des Vereins verbinden. In einem Schaukasten auf der Tafelrückseite haben künftig Infos des Vereins Platz.  

Zahlreiche Gäste

Bestes Wetter sorgte für gute Laune der Gäste, darunter die Ehrenbürger Roswitha und Erich Bethe, die stellv. Bürgermeisterin Anna Maria Scheerer, Klaus Waldschmidt, Fraktionsvorsitzender SPD, Alt-Bürgermeister Frank Stein, Theresia Meinhardt, Co-Fraktionsvorsitzende B90/Grüne, und Stadtgrafiker Mick Thomys, der die Tafel gestaltet hat. Anwesend waren auch Vertreter der Städtepartnerschaften Ganey Tikva, Pszczyna, Luton und Runnymede, Willy Bartz, Klaus Farber und Angela Behrend. Außerdem Annerose Linden und Jana Lülf vom Bürgermeisterbüro und natürlich zahlreiche Freundinnen und Freunde des Beit Jala-Vereins sowie der Vorstand. 

Im Vorfeld des Welttages der Partnerstädte

So geriet das Treffen, das ursprünglich nur dem Ersatz der verblichenen, 2015 errichteten Info-Tafel durch eine neue gewidmet war, zu einer kleinen, feinen  Feierstunde im Vorfeld des Welttages der Partnerstädte (26. 4. 2026): mit Redebeiträgen, Interviewvortrag, Poesie und Musik. Bijan Mahdjub, aus Köln angereist, umrahmte das Geschehen mit dem konzertanten Sound seines Dudelsacks. Schließlich spielen nicht nur Schotten, sondern auch die Pfadfinder Beit Jalas dieses Musikinstrument bei öffentlichen Anlässen.

Bekenntnis zur Städtepartnerschaft

Bürgermeister Marcel Kreutz betonte in seiner Ansprache die Unterstützung für die Partnerschaft und schickte diese Botschaft auch in einem Grußvideo nach Beit Jala: „Mit dem Jubiläum 15 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Bergisch Gladbach und Beit Jala und der neuen Stellagemit Infotafel und Schaukasten erneuert die Stadt Bergisch Gladbach ihr Bekenntnis zu dieser Städtepartnerschaft.“ Stephan Dekker und Jörg Bärschneider vom Vereinsvorstand lasen ein zuvor geführtes Interview mit einem Freund des Vereins aus Beit Jala zur Lage vor Ort vor. Die Angst vor massiver Siedlergewalt geht dort mit dem Wunsch einher, endlich wieder Besucher von der Strunde begrüßen zu können. „Ich hoffe sehr, dass ihr bald kommt und euch ein persönliches Bild macht“, hieß es. „Dann könnt ihr die Schwierigkeiten hier im Alltag erleben, aber auch, wie die Menschen versuchen, damit klarzukommen. Und worüber sie sich freuen.“

>Ansprache Bürgermeister Marcel Kreutz im Wortlaut

>Verlesenes Interview Bärschneider/Dekker im Wortlaut

„Denk an die Anderen“

Auch die palästinensische Dichtkunst hatte ein Wörtchen mitzureden, einfühlsam deklamiert von Heinz-D. Haun vom Beit-Jala-Vorstand. Haun trug Gedichte des palästinensischen Nationaldichters Mahmoud Darwisch (1941-2008) vor. Der vielfach preisgekrönte Autor wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt, manche seine Verse wurden zu Sprichwörtern. Gut vorstellbar, dass Darwisch nicht gezögert hätte, die Gäste auf dem Beit-Jala-Platz mit seiner gewaltigen Poesie in den Bann zu ziehen. Etwa mit dem von Haun verlesenen Gedicht „Denk an den Anderen“:

Wenn du dein Frühstück bereitest, denk an den Anderen
und vergiss nicht das Futter der Tauben.

Wenn du in deine Kriege ziehst, denk an den Anderen
und vergiss nicht jene, die Frieden fordern.

Wenn du deine Wasserrechnung begleichst, denk an die Anderen,
die ihr Wasser aus den Wolken saugen müssen.

Wenn du zu deinem Hause zurückkehrst, deinem Hause,
denk an den Anderen und vergiss nicht das Volk in den Zelten.

Wenn du schlafen willst und die Sterne zählst, denk an den Anderen,
der keinen Raum hat zum Schlafen.

Wenn du dich mit Wortspielen befreist, denk an den Anderen
und denk an jene, die die Freiheit der Rede verloren haben.

Wenn du an die Anderen in der Ferne denkst, denke an dich,
und sage: Wäre ich doch eine Kerze im Dunkeln.

>Rezitation von Heinz-D. Haun im Wortlaut 

Beit Jala gratuliert

Musiker Bijan Mahdjub griff die nachdenkliche Stimmung auf, nahm sie in die heitere Klangwelt seines durchdringend aufspielenden Dudelsacks mit. Beim abschließenden Umtrunk schickten die plaudernden Gäste noch manche Gedanken auf dem Weg nach Beit Jala. Von dort trafen mittlerweile die ersten Glückwünsche zum neuen Wegweiser in die Partnerstadt ein.

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