NL 04/2026: Kunst mit Hoffnungsschimmern

*** 15 Jahre Städtepartnerschaft GL-Beit Jala 2026 ***
Terminticker

Freitag, 24. April 2026, 13 Uhr
Einweihung der neuen Info-Tafel zur Städtepartnerschaft auf dem Beit Jala-Platz (Dechant-Müller-Straße) mit kleinem Begleitprogramm. Gäste willkommen!

Sonntag, 19. April 2026, 15 Uhr
Die Lage der Christen in Palästina
Vortrag von Johannes Zang, AK Palästina – Brühl-Battir
Begegnungszentrum Margaretas, Heinrich-Fetten-Platz 3, 50321 Brühl
Eintritt frei (www.ak-palaestina-bruehl.de)
Liebe Mitglieder und Interessierte,
liebe Freundinnen und Freunde der Städtepartnerschaft mit Beit Jala,


in diesen Ostertagen können wir nur mit größter Sorge und Trauer in den Nahen Osten blicken. Ganz aktuell hat die Knesset ein Gesetz verabschiedet, das die Todesstrafe wieder einführt – nur für Palästinenser. Dazu ist das Ende des Krieges gegen den Iran und seine weltweiten Folgen überhaupt noch nicht abzusehen. Diesen schrecklichen Hintergrund wollen wir in unserer Städtepartnerschaft niemals ausblenden. Er soll uns aber auch nicht stumm machen oder in die Resignation treiben. Wir halten weiterhin Kontakt mit unseren Freunden in Beit Jala, versuchen ihnen Mut durch unsere Anteilnahme und unser Hinschauen zu machen. Und wir möchten hier vor unserer Haustür Ihnen und Euch durch Veranstaltungen im Jubiläumsjahr weiterhin Gelegenheit zum persönlichen Austausch bieten (siehe oben).

Städtepartnerschaft im Frauenmuseum Bonn
Wir alle sehnen uns nach Hoffnungsschimmern. Genau darum kreist das künstlerische Schaffen unseres Mitglieds Thesa Terheyden, das derzeit im Frauenmuseum Bonn zu sehen ist. Hoffnungsschimmer zwischen Himmel und Erde in Palästina und Israel, so überschreibt Thesa ihre Präsentation von Persönlichkeiten, Initiativen und Ideen, die den steinigen Dialog beider Kulturen immer wieder befruchtet haben. Fotos, Texte, eigene Bilder und Installationen folgen diesem Konzept, machen Thesas Beschäftigung mit dem palästinensisch-israelischen Konflikt deutlich, lassen sich aber auch als informative Gesamtschau vielfältiger Versöhnungsansätze lesen (Foto: Thesa, r., mit Palästina-Expertin Petra Schöning aus Köln).



Triptychon vor blutroter Wand
Gleich beim Eintritt in die Schau in der ersten Museumsetage begrüßt ein Hinweis die Besucherinnen und Besucher: „Schuldgefühle und Vorurteile bitte in der Garderobe abgeben“. Sicher die beste Voraussetzung, um den dichten künstlerischen und sachlichen Input zum eigenen Eindruck zu verarbeiten.

So spannt sich der Bogen vom eher akademischen Exkurs zur transgenerationalen Vererbung von Traumata über ein dystopisches Triptychon vor blutroter Wand (Foto unten) bis zur Installation „Hoffnungsschimmer aus der Wiege“. Bildwerke, eine Sense, verfremdete Flugzeuge und ein Käfig mit menschlichen Figuren stellen sich dem Betrachter wie Wegsperren entgegen.



„Seid doch Menschen!“
Mittendrin die berühmt-berührenden Worte Margot Friedländers: „Wir sind alle gleich – es gibt kein christliches, muslimisches, jüdisches Blut. Ihr habt alle dasselbe. Seid doch Menschen!“ Historische Erläuterungen zum Nahostkonflikt und aktuelle Hinweise auf Dialoggruppen wie die Rabbis for Human Rights und Women in Black runden die Schau ab.

Städtepartnerschaft eröffnet neue Horizonte
Nicht zu übersehen die Zeugnisse unserer Städtepartnerschaft. Mit Beschreibungen von deren Geschichte und Aktivitäten, dazu Fotos aus Beit Jala. Auch hier verwebt Thesa das Dokumentarische mit ihrem Erleben, das auch im regelmäßigen künstlerischen Austausch vor Ort in Beit Jala, Bethlehem und Tel Aviv Gestalt annimmt. Ausdrücklich genannt werden der kürzlich verstorbene palästinensische Bildhauer Fawzy Nastas sowie Vorbilder wie Sabine Becker („die mir vor Ort Wege zeigte“), Axel Becker und die Städtepartnerschaft („die sich für Frieden in Palästina und Israel engagieren“), Annelise Butterweck („die Unerschrockene, die mir alles beigebracht hat“) und Christoph Schlingensief („der mir ein Vorbild bleibt“).

Wo sind die Hoffnungsschimmer?
Als Lohn für diesen künstlerischen und politisch-historischen Parforceritt beantwortet Thesa am Ende die eine große Frage nach den Hoffnungsschimmern: „Das tiefe Engagement in unserer Zeit mit Kunst, Literatur, Musik, Journalismus und Projekten sind die Hoffnungsschimmer für Palästina und Israel.“

Für Thesa ist das alles „mein Lebenswerk“ – ihre Auseinandersetzung mit den ebenso reichen wie schrecklichen Welten des Nahen Ostens, bereichert durch ihre Reisen zu Land und Leuten auf beiden Seiten. Zugleich ist das ihr persönlicher Beitrag zur Ausstellung im Bonner Frauenmuseum über Ida Dehmel, „dieser mutigen, denkenden und handelnden Frau“.

Ida Dehmel, die Wegbereiterin
Damit ist Thesa eine von 28 Künstlerinnen, welche die frühe Visionärin in der großen Jubiläumsausstellung des Frauenmuseums auf ihre sehr persönliche Weise feiern. Als Muse, Designerin, Autorin und Frauenrechtlerin war Ida Dehmel (1870-1942) eine wichtige Stimme im Kulturleben ihrer Zeit. Mit der Gründung der GEDOK (Gemeinschaft Deutscher und Österreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen) vor exakt 100 Jahren ragt ihr Vermächtnis in unsere Gegenwart hinein. Nach 1933 wurde Ida Dehmel als Jüdin verfemt, nahm sich 1942 das Leben. Heute hat die Vereinigung 3.000 Mitglieder und verschafft Künstlerinnen aller Stilrichtungen öffentliche Wahrnehmung.

Ausstellung bis zum 10. Mai, Frauenmuseum, Im Krausfeld 10, 53111 Bonn,
Di-Sa 14-18 Uhr, So 11-18 Uhr. Karfreitag und Ostermontag geschlossen. –
Wer mit Thesa Kontakt aufnehmen möchte:steinstaub@web.de
Schaut einfach mal vorbei und bleibt zuversichtlich!

Frohe Ostern wünscht

Jörg Bärschneider
Für den Vorstand des Städtepartnerschaftsvereins
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