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Städtepartnerschaft
Bergisch Gladbach - Beit Jala e.V.

Newsletter 11/2026

*** 15 Jahre Städtepartnerschaft GL-Beit Jala 2026 ***

Sabine bei der Übergabe von Wildblumen aus der palästinensischen Heimat an Khalil Zayed Mohammed Fararje (Foto: StäPa-Archiv, in den 2000er-Jahren)
„Als wir mit dem Passagierdampfer durch die Meerenge von Gibraltar fuhren, vor uns das große weite Meer. Da war mir klar: Du nimmst dich sowieso immer mit, egal wohin die Reise geht! Das ist so ein Abschiedsgefühl, das ich nicht vergesse.“
So erzählte es Sabine einmal über den Aufbruch mit Axel und ihren drei Kindern Felix, Lorenz und Vilma nach Chile. Das war 1972. Acht Jahre später kehrten die Beckers zurück nach Deutschland, nach Bergisch Gladbach.

Jetzt nehmen wir Abschied. Sabine ist am 6. Oktober im Alter von 88 Jahren im Beisein ihrer Familie in Haus Quirlsberg in Bergisch Gladbach gestorben.

Wir, die Städtepartnerschaft Bergisch Gladbach-Beit Jala e.V., verdanken Sabine unendlich viel. Sie war an der Seite Axels seit Anfang der 2000er-Jahre immer aktiv gestaltend dabei, als von Bergisch Gladbach aus die ersten Fäden nach Beit Jala geknüpft wurden. 2011 gipfelte diese Arbeit in der Gründung der Städtepartnerschaft.
Bei mehr als zwei Dutzend Begegnungsreisen nach Beit Jala und ins „Heilige Land“ war Sabine mit großem Herzen dabei und mittendrin. Unvergesslich, als sie einmal von Beit Jala ins einstige Zakhariyya (heute in Israel) fuhr, dem Heimatort der 1948 nach Bethlehem geflohenen Familie Fararje, die sie durch Sohn Mohammed in der Abrahams Herberge kennen gelernt hatte. Dort grub sie mit weiteren Mitreisenden einige Pflänzchen aus, um sie dem Vater und Familienoberhaupt, Khalil Zayed Mohammed Fararje, im Flüchtlingslager Deheishe als Erinnerung zu überreichen. Für Sabine, die als Kind ihre Heimat im Erzgebirge verloren hatte, eine naheliegende Geste.
Für Sabine waren Gastfreundschaft und Geselligkeit selbstverständlich. Junge und ältere Besucher aus Beit Jala, für einen Abend oder mehrere Nächte, Vereinstreffen, Feierlichkeiten und Gespräche: Haus und Garten der Beckers in der Hermann-Löns-Straße standen immer offen. Die Gäste saßen meist am Couchtisch vor dem großen Fenster, durch das Sabine in ihren geliebten Garten blicken konnte. Oft wies sie die Besucher dann auch gleich auf eine gelungene Pflanzaktion hin.

Große Worte waren nicht ihr Ding. Sabine war eine starke, leuchtende Persönlichkeit, deren innere Kraft beflügelnd wirkte. Ganz ohne Drang, im Mittelpunkt zu stehen, hat Sabine die Menschen gerade auf diese Weise um sich geschart. Ein langes erfülltes Leben, das sie als Kriegskind mit Flucht und Wiederaufbau, in Beruf und großer Familie mutig gestaltete. Geradlinig, unbeirrbar, warmherzig und zugewandt wird uns Sabine in Erinnerung bleiben.

Die Urnenbeisetzung findet im Dezember in Remlingrade („Rade“) im engsten Familienkreis statt.
Jörg Bärschneider, Redaktion
Für den Vorstand und Verein der Städtepartnerschaft
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