Stadtansicht Beit Jala

Lesetipps

Bücher über Palästina gibt es mehr als Olivenbäume in dem Land. Wir möchten Ihnen hier eine kleine Auswahl lesenswerter Publikationen vorstellen: subjektive Empfehlungen, ausgewählt vom Redaktionsteam des Städtepartnerschaftsvereins, allesamt geeignet, Palästina und seine Menschen fundiert kennenzulernen.

 

Susan Abdulhawa, Während die Welt schlief, München 2012, 448 Seiten, 8.99 Euro

Die palästinensische Familiensaga reicht von der Vertreibung aus der Heimat in den 1940er-Jahren bis zur Gegenwart. Spannend, bitter und realistisch spiegelt sie den epochalen Konflikt zwischen Palästina und Israel in persönlichen Schicksalen wider.

Nir Baram, Im Land der Verzweiflung, Ein Israeli reist in die besetzten Gebiete, München 2016,
317 Seiten, 22.90 Euro

2014 und 2015 reiste der preisgekrönte israelische Schriftsteller (Jg. 1976) entlang der Green Line in das besetzte Westjordanland. Seine Reportagen zeugen von einem aktuell einmaligen Dialog mit allen Parteien des Konflikts. Die Zwei-Staaten-Lösung hält Baram für gescheitert. Sein Fazit: „In einem gemeinsamen Staat, in zwei Staaten oder in einer Konföderation müssen Jude und Nichtjude in allen Belangen gleichgestellt sein.“

Burghard Bock/Wil Tondok, Palästina: Reisen zu den Menschen, München 2013, 280 Seiten, 2. Auflage, 13.90 Euro

Erster ausschließlich auf Palästina bezogener Reiseführer. Mit detaillierten Hinweisen zu Sehenswürdigkeiten, touristischer Infrastruktur sowie Friedens- und Menschenrechtsprojekten, die persönliche Begegnungen mit Einheimischen ermöglichen.

Burghard Bock /Wil Tondok, Israel und Palästina. Handbuch für individuelles Entdecken, 4. Auflage, 504 Seiten, München 2013, 21.90 Euro

Reiseführer mit grundlegenden Informationen zu Israel und den palästinensischen Gebieten, zu Sehenswürdigkeiten, Freizeitangeboten, Übernachtungen und Restaurants. Das umfassende Handbuch befähigt zum Reisen im Heiligen Land gegebenenfalls auch ohne fremde Hilfe.

Sumaya Farhat-Naser, Im Schatten des Feigenbaums, Basel 2015, 221 Seiten, 12.50 Euro

Nach ihren Klassikern Disteln im Weinberg und Thymian und Steine liefert die palästinensische Autorin (geb. 1948) in ihrem neuesten Buch wiederum eindringliche Beschreibungen des Alltags in ihrer Heimat unter der Besatzung.    

Rupert Neudeck, Ich will nicht mehr schweigen. Über Recht und Gerechtigkeit in Palästina. Überarbeitete Neuauflage mit einem neuen Nachwort des Autors,
309 Seiten, Melzer Verlag, Neu-Isenburg 2010, 14.99 Euro

Neudeck, der im Mai 2016 verstorbene Cap-Anamur-Mitbegründer und einstige Vorsitzende des Friedenskorps Grünhelme e. V., schildert hier die verzweifelte Lage der Bevölkerung Palästinas, wovon er sich auf mehreren Reisen ein Bild gemacht hatte. Unerschrocken prangert Neudeck die israelische Besatzungspolitik an, unbestechlich verurteilt er die blutigen Racheakte von palästinensischer Seite. Neudeck fordert einen vorbehaltlosen Neubeginn des Dialogs um einen gerechten Frieden und greift dabei die visionären Gedanken des jüdischen Humanisten Martin Buber auf.

Ebenfalls von Rupert Neudeck vertiefend zum Thema: Das unheilige Land. Brennpunkt Naher Osten. Warum der Friede verhindert wird. Herder, 239 Seiten, Freiburg im Breisgau 2011, 18,95 Euro

Sari Nusseibeh, Es war einmal ein Land. Ein Leben in Palästina, 525 Seiten, Berlin 2009, 14 Euro,

Autobiografie des Präsidenten der Al-Quds-Universität, des PLO-Diplomaten, Philosophen, Friedensaktivisten und Sprosses einer uralten palästinensischen Familie (der Schlüssel der Grabeskirche, mit dem täglich das Heiligtum der Christen auf- und zugeschlossen wird, liegt seit mehr als einem Jahrtausend in Obhut der Nusseibehs). Die Erinnerungen Sari Nusseibehs (geb. 1949) sind von tiefem Humanismus durchdrungen und verweben die persönliche Geschichte mit der Historie Palästinas. Daraus erwächst die Vision einer Welt, in der Muslime, Juden und Christen in Frieden miteinander leben können.   

Amos Oz, Judas, 332 Seiten, Berlin 2015, 22.95 Euro

Amos Oz kehrt in das geteilte Jerusalem der fünfziger Jahre zurück. Gemeinsam mit seinem Protagonisten Schmuel Asch prüft er mutig die Entscheidung, einen Judenstaat zu errichten, samt den Kriegen, die sie zur Folge hatte, und stellt die Frage, ob man einen anderen Weg hätte gehen können, den Weg derer, die als Verräter gelten.  

Dieter Vieweger, Streit um das Heilige Land. Was jeder vom israelisch-palästinensischen Konflikt wissen sollte, 5. Auflage, 334 Seiten, Gütersloh 2015, 19.95 Euro

Mit diesem Buch gibt der in Wuppertal und Witten-Herdecke lehrende sowie in Jerusalem und Amman forschende Historiker und Archäologe (geb. 1958) eine kompakte Übersicht zur Geschichte und Gegenwart des Nahost-Konflikts. Eine Darstellung, die das Dickicht historischer, politischer und religiöser Entwicklungen lichtet und dem Leser ein nützlicher Begleiter auf dem Weg zu einem sachlich fundierten Urteil ist.